forestal Zyklus

forestal

oil on canvas, 2010-2014
(a cycle with about 30 paintings)

exhibitions
kunstraum Stuttgart
TAG Gallery München
Galerie Kunstgetriebe Inzell
Haus der Kunst München
Galerie KOMA, Mons, Belgien

WIESE Deutschvilla 2014

 

WIESE
ein Projekt von Andreas Pytlik
mit Bettina Gorn – Foto/Video
Christoph Lammers – Zeichnung
Andreas Usenbenz – Soundinstallation

Deutschvilla
Strobl, Österreich
25.7. bis 24.8.2014

Ziegler Kunstraum 2009


Pytlik interessiert sich jedoch nicht nur für die Farbe, es geht ihm um das Wesen von Grün.
Auch die Landschaft interessiert ihn nicht, sondern das Wesen der Landschaft.

In seinem neuesten Bilderzyklus beschäftigt sich der Künstler mit Wald,
dem deutschen Sehnsuchts-Ort schlechthin.
Auch hier haben wir es mit einer Abstraktion von Wald zu tun, die jedoch Atmosphäre einfängt und vermittelt.
Wer sich drauf einlässt, riecht das Moos, hört das Knarzen der Bäume und sieht die Heidelbeeren.
Pytlik zitiert Wald in seiner Farbigkeit und seiner formalen Strenge. Auch hier wird die Teilung zum Prinzip.
Wie ein halb hochgezogener Theatervorhang wirkt die Fläche, die den oberen Teil des Waldes verbirgt.

Dem Wald raffiniert gegenübergestellt ist die Videoarbeit ‚Downtown‘,
die ins hektische Leben der Stadt blicken lässt.
Hier wird das Grün zur Metapher. Zielstrebig und beinahe heiter fahren die Menschen hinab in die Unterwelt,
die durch das Grün ihren Schrecken verliert.

Gérard Ziegler, Stuttgart, Mai 2009

 

Czerny Weingarten 2010


Soldatisch steht Flasche an Flasche. Akkurat wurde der Grünbelagentferner
45 m lang positioniert. Die zum Kult gewordenen grünen Flaschen mit rotem Verschluss
lassen assoziativ aus der Entfernung an Mohnblumen denken, wohl wissend,
dass die Natur nie derart gleichmäßig auftaucht und schon gar nicht im Innenraum.
Es ist mehr als ein Paradoxon, wenn der Grünbelagentferner 1. auf dem sauberen Fußboden gestellt,
2. der Grünbelagentferner in einer grünen Flasche vertrieben und
3. der Grünbelagentferner in einer Ausstellung über Gärten präsentiert wird.

Im Stadtgarten stach Pytlik das Wort Grün aus einer grünen Rasenfläche.
In der sichtbaren braunen Erde erscheint die Farbbezeichnung im Negativ,
in der grünen Natur wird das Grün aus der Erde gelöst, um es in der „Negation“,
der „Leere“, positiv hervorzuheben. Der gelernte Steinbildhauer übersetzt,
abhängig vom Ausstellungsort, die künstlerische Arbeit in die jeweilige Landessprache
und möchte „durch Reduktion und die Farbe Grün kollektive Naturerinnerung ansprechen“, so der Künstler.
Erstmals in Weingarten säte der Künstler in die ausgehobene Fläche die Pflanze „Jungfer im Grünen“,
die im August rosa und blau blühen soll. Das Wort „Grün“ wird sukzessive zum farbigen Akzent.
Alle Grundfarben sind darin enthalten: Rot in Rosa, Gelb in Grün und das Blau.
Anders als im feststehenden Farbkreis kommt für den Künstler selbst noch das eigentlich
sekundäre Grün als vierte Grundfarbe hinzu.
Die Farbe Grün wird zum weltumspannenden Prinzip, auch das Grün in der Natur.

Dr. Ilonka Czerny
Weingarten 2010

 

Poremba Kunstgetriebe 2011

 

Im Jahr 2004 hat Andreas Pytlik als Vertreter Deutschlands
am internationalen Nature Art Symposium in Südkorea mitgewirkt.

Aus dem lange Zeit geteilten Deutschland hat er seine Botschaft vom
Grün in das noch heute geteilte Korea getragen.
Er hat in Deutschland 30 grüne Karten gemalt mit dem koreanischen
Schriftbild für „Grün“ und hat sie an 30 Menschen in Korea gegeben.
In Korea hat er weitere 30 solcher Karten gemalt und an 30 Menschen
in alle Welt geschickt.
Eine Welt voller Teilung, Zerstörung und Verwundung durchkreuzt
er buchstäblich mit seiner Botschaft vom Grün.
Vielleicht kann man darin einen Ansatz dafür erkennen,
was Andreas Pytlik in der Sprache seiner Kunst zum Ausdruck bringen will:
– Wenn er grüne Karten mit koreanischem Schriftbild gegen die
Verbitterung der Kulturen setzt …
– Wenn er grüne Stege in die Landschaft baut, die auf neues Hoffen
weisen …
– Wenn er uns die Kraft des „Grün“ in immer wieder anderen Abstraktionen
von Wald und Landschaft als Weisheit für das Leben
erkennen lässt …
In vielfältigen Aktionen, Performances, Installationen, Eingriffen in Gebäude
und Lebensräume und in allen erdenklichen Formaten von Bildern bringt
Andreas Pytlik mit seiner Arbeit immer wieder
seinen Glauben an die Kraft des „Grün“ zum Ausdruck.
In den aktuelleren Bildserien werden Baum, Wald und Landschaft immer
stärker reduziert und in einzelne horizontale Schichtungen gegliedert, die
an Boden, Atmosphäre und Licht denken lassen.
So wird durch immer stärkere formale Reduktion eine zunehmende Verdichtung
an Gehalt in den Bildern erzielt, die gleichermaßen unser Auge erfreuen
und unseren Geist anregen können.

aus:
Gerhard Poremba 24. September 2011
Franz Xaver Angerer, Manfred Feith-Umbehr, Andreas Pytlik:
schwarzrotgruen“
Eröffnung der Ausstellung in der Galerie Kunstgetriebe, Hammer

 

Schönmetzler TAG 2012

 

Andreas Pytlik geht indessen unbeirrbar seinen „way trough the woods“,
schafft einen Bilderkosmos aus gebrochenem, von orangem, violettem,
rotem, weißem Gegenlicht durchsetztem Grün, das dennoch keinen Zweifel lässt,
dass es hier nicht um deutsche Wälder, sondern ganz allein um Malerei,
um die Bewältigung und Feier einer extrem schwierigen Farbe geht….
Hier Malerei als Grunderfahrung von Natur, als tausendfach changierende Farbe Grün….
Und so, wie Andreas Pytlik zwar nicht in dieser Schau, doch immer wieder in seinem Oeuvre
von der Malerei und der Skulp-tur zum reportagehaften Foto wechselt.

Auszug aus:

Klaus Jörg Schönmetzler, Kulturreferent des Landkreises Rosenheim
zur Eröffnung der TAG Temporäre Art Gallery, Mai 2012, München